Keramik

Über Jahrzehnte bildete die Provenienzforschung an archäologischen Keramikobjekten einen wichtigen Schwerpunkt an der seinerzeitigen Abteilung für Archäometrie – verbunden mit Namen wie Bernhard Pichler und Roman Sauer bleibt vor allem die Schwermineralanalytik mit all ihren Möglichkeiten zur Herkunftsbestimmung von keramischen Fundobjekten aus verschiedenen Grabungen, insbesondere Ephesos.

Heute hat sich das Spektrum unserer Keramikuntersuchungen etwas verlagert. So steht die Charakterisierung antiker oder historischer Gefäßkeramik und Ziegelprodukte in Hinblick auf ihre Gefügeeigenschaften im Vordergrund. Alle werkstoffrelevanten Kenngrößen, die durch licht- und rasterelektronenmikroskopische Untersuchungen an Scherbenbruchstücken oder -schliffen zugänglich sind, können wesentlich zur Kenntnis produktionsbedingter oder petrophysikalischer Keramikeigenschaften beitragen:

Scherbentextur – Porosität – Brenn- bzw. Sintergrad – Art und Anteil der Magerung – Matrixchemismus – Engoben, Glasuren und sonstige Oberflächenbeschichtungen – Sekundärprodukte

Betreuung von Dissertationen

Mag. phil. Dr. rer. nat. Jessica Reiter, BA MA: Kochgeschirr aus Ephesos. Archäometrische Charakterisierung der Küchenware aus ausgewählten Fundensembles späthellenistischer bis spätantiker Zeit (Ephesian crockery. An archaeometric analysis of selected cooking ware from late Hellenistic to late Antique Ephesos). Dissertation 2018.

Betreuung:
ao. Univ.-Prof. Dr. phil. Johannes Weber
Priv.-Doz. Mag. Dr.in Sabine Ladstätter, ÖAI Direktorin

Projekte:

  • Dokumentation von Scherbenbruch und -porosität unterschiedlicher keramischer Erzeugnisse – von prähistorischer Tonware bis zum modernen Hartporzellan – mittels Rasterelektronenmikroskopie (REM) ‌‌

J. Weber in Kooperation mit B. Pichler und M. Wiala (Keramikstudio der Angewandten)

  • Petrografische und petrophysikalische Charakterisierung von historischen Dach- und Vormauerziegeln aus dem Altbaubestand von Wien und Dubrovnik zum Zweck der Erzeugung und der Verwendung denkmalgerechter Ziegel im Bestand

J. Weber in Kooperation mit dem Verein zur Förderung der Baudenkmalpflege, der Ceramics University of Dubrovnik (K. Kojan Goluža) und anderen Partnern

  • Materialwissenschaftliche Charakterisierung glasierter Ofenkacheln der Firma Sommerhuber GmbH

J. Weber in Kooperation mit B. Pichler, M. Wiala (Keramikstudio der Angewandten) und R. Sauer